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Arbeitsvertrag befristet

21. Dezember 2025 / Kündigungsschutz Berlin

Arbeitsvertrag befristet – Definition, Arten, Rechte & Risiken (Wiki)

Ein befristeter Arbeitsvertrag ist ein Arbeitsverhältnis, das von Anfang an zeitlich begrenzt oder zweckgebunden abgeschlossen wird. Im Gegensatz zum unbefristeten Arbeitsvertrag endet das Arbeitsverhältnis automatisch, ohne dass es einer Kündigung bedarf – entweder zu einem bestimmten Datum oder mit Erreichen eines festgelegten Zwecks.

Befristete Arbeitsverträge sind in Deutschland weit verbreitet, rechtlich jedoch streng reguliert, da sie für Arbeitnehmer erhebliche Risiken bergen können.

Was ist ein befristeter Arbeitsvertrag?

Ein befristeter Arbeitsvertrag liegt vor, wenn bereits bei Vertragsschluss feststeht, wann oder wodurch das Arbeitsverhältnis endet. Die Befristung muss vor Arbeitsbeginn schriftlich vereinbart werden – andernfalls gilt der Vertrag automatisch als unbefristet.

Eine mündliche Befristung ist unwirksam.

Arten der Befristung

1. Zeitbefristeter Arbeitsvertrag

Der Vertrag endet zu einem konkreten Datum, z. B.:

  • 31.12.2026
  • nach 12 oder 24 Monaten

Häufig bei Projektarbeit oder Vertretungen.

2. Zweckbefristeter Arbeitsvertrag

Das Arbeitsverhältnis endet, sobald ein bestimmter Zweck erreicht ist, z. B.:

  • Rückkehr einer vertretenen Person (Elternzeit, Krankheit)
  • Abschluss eines Projekts

Der Arbeitgeber muss das Ende mindestens zwei Wochen vorher ankündigen.

Sachgrundlose Befristung – was ist erlaubt?

Ein befristeter Arbeitsvertrag ohne Sachgrund ist nur unter engen Voraussetzungen zulässig:

  • maximale Dauer: 24 Monate
  • innerhalb dieser Zeit höchstens 3 Verlängerungen
  • keine frühere Beschäftigung beim selben Arbeitgeber

Wurde der Arbeitnehmer zuvor bereits beschäftigt, ist eine sachgrundlose Befristung in der Regel unzulässig.

Befristung mit Sachgrund – zulässige Gründe

Eine Befristung mit Sachgrund ist auch über 24 Monate hinaus möglich, z. B.:

  • Vertretung eines anderen Arbeitnehmers
  • Vorübergehender betrieblicher Bedarf
  • Erprobung
  • Projektarbeit
  • Haushaltsmittel im öffentlichen Dienst

Aber: Der Sachgrund muss tatsächlich bestehen und darf nicht nur vorgeschoben sein.

Verlängerung eines befristeten Arbeitsvertrags

Eine Verlängerung ist nur wirksam, wenn:

  • sie vor Ablauf des aktuellen Vertrags erfolgt
  • keine Vertragsbedingungen geändert werden (außer der Laufzeit)

Schon kleine Änderungen (z. B. Gehalt, Arbeitszeit) können dazu führen, dass ein neuer Vertrag entsteht – der dann unzulässig befristet sein kann.

Kündigung bei befristetem Arbeitsvertrag

Grundsätzlich gilt:

  • Ein befristeter Arbeitsvertrag kann nicht ordentlich gekündigt werden
  • Ausnahme: Eine Kündigungsmöglichkeit ist ausdrücklich im Vertrag geregelt

Fristlose Kündigungen aus wichtigem Grund sind immer möglich.

Entfristung – wann wird der Vertrag automatisch unbefristet?

Ein befristeter Arbeitsvertrag gilt als unbefristet, wenn:

  • die Befristung nicht schriftlich vereinbart wurde
  • die zulässige Höchstdauer überschritten wurde
  • die Verlängerung fehlerhaft war
  • der Arbeitnehmer nach Vertragsende weiterarbeitet, ohne dass ein neuer Vertrag geschlossen wird

In diesen Fällen kann eine Entfristungsklage Erfolg haben.

Entfristungsklage – Frist beachten!

Wer die Befristung angreifen möchte, muss innerhalb von 3 Wochen nach Vertragsende Klage beim Arbeitsgericht einreichen.

Wird diese Frist versäumt, gilt die Befristung als wirksam – selbst wenn sie eigentlich rechtswidrig war.

Vorteile & Nachteile befristeter Arbeitsverträge

Vorteile (aus Arbeitgebersicht)

  • Flexibilität
  • Planbarkeit
  • geringeres Kündigungsrisiko

Nachteile (für Arbeitnehmer)

  • keine Planungssicherheit
  • erschwerter Kündigungsschutz
  • schlechtere Kredit- und Wohnungsmarktchancen
  • psychischer Druck durch Unsicherheit

Häufige Fehler bei befristeten Arbeitsverträgen

  • Befristung nur mündlich vereinbart
  • Unzulässige sachgrundlose Befristung
  • Fehlerhafte Verlängerung
  • Schein-Sachgründe
  • Kettenbefristungen ohne rechtliche Grundlage

Diese Fehler eröffnen oft sehr gute Chancen auf Entfristung.

Befristeter Arbeitsvertrag prüfen lassen – warum sinnvoll?

Viele Arbeitnehmer akzeptieren Befristungen, obwohl sie rechtlich angreifbar sind. Eine professionelle Prüfung zeigt schnell:

  • ob die Befristung wirksam ist
  • ob Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag besteht
  • welche Strategie sinnvoll ist (Entfristung oder Abfindung)

Der befristete Arbeitsvertrag ist rechtlich komplex und für Arbeitnehmer mit erheblichen Nachteilen verbunden. Schon kleine Formfehler können jedoch dazu führen, dass die Befristung unwirksam ist und ein unbefristetes Arbeitsverhältnis entsteht.

Wer unsicher ist, sollte frühzeitig handeln – insbesondere vor Ablauf des Vertrags oder innerhalb der 3-Wochen-Frist nach Vertragsende.

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